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G33KY^2 - The Nerd Strikes Back

Nachfolge für mein Mediaserver/NAS

Nachfolge für mein Mediaserver/NAS

Geschrieben: 23.Jan.2012 12:01 von Dr. Azrael Tod

Ich habe jetzt seit fast 3 Jahren ziemlich unverändert eine Atom330-Kiste im Wohnzimmer stehen, die einerseits lange Zeit g33ky.de gehostet hat, meine Dateien im Netzwerk verteilen sollte und als Mediacenter-PC ein paar Filme abspielen soll.
Das tut sie auch beinahe erträglich gut, der Lüfter ist ziemlich leise, die Leistung reicht für das meiste aus und ich habe es geschafft in das Mini-ITX-Gehäuse (Shuttle X27D) immerhin 2 SATA-Festplatten zu quetschen.

Allerdings wünsche ich mir schon seit längerem einen brauchbaren Ersatz dafür, der


  1. völlig ohne mechanischen Lüfter auskommt

  2. h.264/theora/whatever in 1080p Widergeben kann

  3. weniger Strom verbraucht

  4. HDMI sinnvoller unterstützt (die Atom-Kiste hat nur einen zusätzlichen Chip der aus einem analogen Signal wieder einen DVI-Anschluss baut)

Für Ungedultige: TL/DR oder auch Schlussfolgerungen

x86(-64)


Die Idee das auf x86er-Basis aufzubauen, habe ich dann recht früh aufgeben müssen. Die Dinger gibt von Intel es in den Geschmacksrichtungen "taugt nicht" (Atom), "teuer und braucht großen Lüfter" (höherwertige Intel-Kisten).
Alternativ könnte man sich noch die AMD Fusion-Kisten ansehen, die _könnten_ ausreichen um 1080p in Hardware laufen zu lassen. Ansonsten bringen die Kisten etwas mehr Leistung als Atom, fallen preislich nicht aus dem Rahmen, man kann sie als Set mit Micro-ATX-Motherboard kaufen. Anbieten würde sich hier wahrscheinlich das Asus E35M1-I DELUXE, das sogar passiv gekühlt ist und wohl noch einiges an Ausbaufähigkeit bezüglich externer Festplatten bietet, allerdings scheinbar auch gerne mal fiepende Geräusche produzieren soll.

Leider passen die Kisten damit alle nicht in mein bestehendes Gehäuse (Lüfter zu hoch), erzeugen meist immer noch Geräusche (das Asus zwar nicht mit Lüfter, dort soll aber dafür ), sind nicht deutlich stromsparender und ich müsste mir zumindest mit Pico-PSU o.ä. noch was für die Stromversorgung basteln, die bei Mini-ITX eben nicht als klobiges Netzteil im Gehäuse sitzen sollte.

ARM


Bleibt natürlich als andere "offensichtliche" Variante ein System auf ARM-Basis.
Die gibt es mit folgenden Eigenschaften, von denen man sich immer 2 Aussuchen darf:

  • mit Leistung

  • kaufbar

  • mit allen Features die ich brauche

  • in passendem Format


außerdem generell in klein, leise und stromsparend, manche sogar billig.

ausgeschlossene Platformen von Offener Hardware:



  • Eagleboard (OMAP5, existiert nicht kaufbar, SATA?)

  • Hawkboard OMAP-L138 (schon auf der HP des Projektes wird erstmal gewarnt dass es instabil ist)

  • Pandaboard (kein SATA, OMAP4430 dual-core ARM Cortex-A9, 1GHz)

IconBit-Hardware



  • XDS200duo - 2 Festplatten, keine offene Software

  • Toucan W - nette Hardware, Android, keine Festplatte

  • XDS1003d - aktiver Lüfter, seltsamer Android-Verschnitt mit "fast switch" zu irgendwas proprietärem, eine Festplatte, frickelig (ist das vlt. sowas wie Myriad Alien Vue? quasi eine alternative Android VM?)

Tegra2


NVidias Tegra2 SoC ist in letzter Zeit scheinbar ziemlich weit verbreitet als Platform um kleine Media-Kisten zu bauen. Die Leistung würde mir auch vollkommen ausreichen und man sieht ja in meinem Toshiba AC100-10V wie nett sich sowas verwenden lässt. Ansonsten haben die Kisten natürlich alle die gleichen, vom SoC geerbten, Probleme: max. 1GB RAM und kein SATA. Die Kisten die behaupten mit SATA zu kommen, tun das meist einfach indem ein weiterer Chip drauf läuft der sich hinter USB klemmt und aus SATA-Geräten USB-Geräte macht. Das ist natürlich weder performant, noch das was ich damit erreichen will wenn ich eine Festplatte intern verbaue.

  • TrimSlice, verfügbar, billig, hübsch und kann 0-1 interne SATA-Platten je nach Version. Wenn die geerbten Schwachstellen nicht wären, hätte ich davon wohl schon eins bestellt.

  • Tegra Development Kits, kein HDMI, kein Ethernet, kein SATA, teuer, schwer erhälltlich

  • PlutuX, keine Informationen groß verfügbar, kaum erhälltlich

  • QUADMO747-X/T20, HDMI, SATA, aber unbrauchbares (für mich) Format und auch kaum kaufbar

  • Toradex Colibri T20, kein SATA, kein vollständiges System, not the Droid i'm looking for either

  • MSC Q7-NT2 1x SATA, noch so eine Development-Kiste

  • TelyHD, Kamera-System auf Android-Basis zum auf den Fernseher klemmen, kein SATA, 512MB RAM, $250

Tegra3


Tegra3-Systeme würden quasi Punktgenau die Probleme lösen die man aktuell mit Tegra2 hat. Sie haben SATA, können bis 4GB RAM verwenden und sollten so ganz nebenbei auch noch mehr Leistung bei geringerem Stromverbrauch ermöglichen. Leider gibt es bei Tegra3 momentan ein sehr deutliches Problem: Man kann es nicht kaufen.
Momentan scheint es genau ein einziges Gerät damit im Laden zu geben: Asus EeePad Transformer Prime TF201. Jetzt sind fast 700€ für ein Gerät mit dem völlig falschen Format für meinen Anwendungszweck nicht gerade ideal, aber sollte ich irgendwann tatsächlich noch einmal ein Notebook kaufen wollen, dann könnte es so etwas wie der bereits angekündigte Nachfolger TF700T sein, der technisch ziemlich identisch ist, aber auf seine 10.2 Zoll Bildschirmdiagonale mal eben eine Auflösung von 1.920x1200 Pixel quetschen will. (Soll allerdings frühestens Juli 2012 überhaupt erst kaufbar werden)

Viele Varianten mit Marvell Kirkwood


Die Kirkwood-Dinger sind wohl hauptsächlich bekannt durch die SheevaPlug und GuruPlug-Geräte. Grundsätzlich haben die Dinger bei weitem genug Leistung, können eigentlich SATA und sind auch Netzwerkseitig mehr als gut genug ausgestattet. Das einzige Problem: Die Dinger sind auf vieles optimiert, aber nicht auf Audio/Video. (verwandt, sowohl von den Features als auch von der CPU her: DreamPlug, natürlich auch nicht deutlich besser geeignet)

So gibt es zwar Geräte wie die OpenRD-Kisten (siehe Open-RD.org oder Pactronic - OpenRD Tasman), die beinahe vollständige Rechner darstellen, über VGA und Klinkenstecker hinaus geht das aber schon von den Anschlüssen her kaum. Auch haben die Kisten meist wieder nur 512MB RAM, kommen in Gehäusen die ich mir nur ungern ins Wohnzimmer stellen würde und sehen allgemein sowieso wieder nach weit mehr Frickel aus, als ich mir zumuten will.

Marvell Armada 510


Die Kisten sind wirklich interessant, sie können HD-Video wiedergeben, sind klein, leise, Audio/Video-tauglich, kommen meist mit 1GB RAM, sie können theoretisch SATA... UND: man kann sie kaufen (zumindest CuBox, auch wenn man da ein paar Wochen Lieferzeit und 50€ Porto einrechnen muss und SBC-A510, auch wenn das einen kostenpflichtigen Developer-Account benötigt und recht teuer wird).

  • CuBox - nettes miniatur-System, natürlich "nur" eSATA (war klar bei der größe), und viele andere nette Features - RobVinc hat sich gerade eine der Kisten gekauft und scheint noch zufrieden zu sein... vlt. schreibt er ja mal genaueres *stupps*

  • Namenloses Armada-Smartbook - keine wirkliche Alternative, ist wohl auch noch weniger Marktreif als das AC100

  • SBC-A510 - quasi ein CM-A510-Entwickler-Brett auf Mini-ATX-Größe hochgezogen und mit den passenden Anschlüssen versehen. Wenn die Kiste für brauchbare Preise verfügbar wäre, wäre das wohl eine durchaus brauchbare Variante.

  • Marvell EBox - reines Demogerät, nur analoges Video/Audio, auch kein SATA

Marvell Armada 1500


Die Kisten sind bisher kaum verfügbar. Wie die Armada 510er erfüllen sie grundsätzlich alle meine Anforderungen, bieten mehr Leistung und kosten auch nicht deutlich mehr. Man könnte sie fast wie die Tegra3-Kisten als "geile Idee aber wohl nicht mehr dieses Jahr" einordnen, wenn Google nicht angekündigt hätte dass die kommenden Geräte mit GoogleTV auf Basis der Armada 1500 aufbauen sollen.
Das lässt die Vermutung zu dass wir "noch dieses Jahr" relativ viele Geräte damit im Laden sehen werden, in allen möglichen Formen und Größen. Vlt. wird es dabei ja auch das eine oder andere geben welches man prima mit einem echten Linux versehen und so einsetzen kann, wie mir es vorschwebt.

andere Android-Kisten


Nein, ernsthaft sind die Optionen hier nicht in Betracht zu ziehen... aber sie existieren:

andere Kisten, mit Closed-Source/unbekanntem OS


Hier wird es ekelig. Die Kisten können teilweise wirklich alles was ich will, aber will man sich sowas wirklich antun? Andernseits: bei meinem Fernseher und AV-Reciever "geht" es ja auch, auch wenn ich mich gerade über die Software des Toshiba-Fernsehers schon mehrmals aufgeregt hab. Ich fühle mich gespalten...

  • Nixeus Fusion HD spielt alle Formate, frisst eine Festplatte, Hersteller-Unterstützung soll super sein, wenn es auch nur die Spur einer Möglichkeit gäbe da was sinnvolles draufzuwerfen, hätte ich die Kiste wohl schon bestellt

Schlussfolgerungen / verbleibende Möglichkeiten



  • x86 ist nahezu tot für meine Zwecke, bestenfalls mit sehr viel Frickel könnte ich mir Asus E35M1-I DELUXE kaufen, es mit müh und not vlt. sogar noch irgendwie in mein bestehendes Gehäuse quetschen, mich mit hohem Stromverbrauch und Temperaturproblemen rumärgern und wäre auch die nächsten paar Jahre unzufrieden. Leistung hätte ich dann vlt. gerade so genug, aber ob ich HD-Filme unter Linux zum Laufen bekomme ist weiterhin fraglich und ohne Binären Treibermüll wird es wohl nichts.

  • Ich könnte mir eine Tegra2-Kiste wie TrimSlice oder ähnliches kaufen, auf brauchbare Festplatten-Anbindung verzichten und pseudo-glücklich sein. Das läuft aber auf Rumgefluche wegen langsamer Festplatten und externen Kabelmüll hinaus und ist mir momentan das Geld nicht wert.

  • Ich frickel (narf) mir für sehr viel Geld ein SBC-A510 in mein Gehäuse oder kauf mir für wenig Geld eine CuBox und leb mit minimal mehr Kabelsalat.

  • Ich könnte auf Tegra3-Geräte oder (realistischer) die neue Generation Google-TV-Zeugs warten und dann was vernünftiges kaufen. (aber halt nicht in den nächsten 0.5-1.5 Jahren)

  • Ich kaufe mir eine der Kisten von IconBit, vor allem XDS1003d (leider Closed-Source, aktiver Lüfter) und Toucan W (Android, keine Festplatte) sehen interessant aus.

Kommentare

#1563: 23.Jan.2012 01:01 von RobVinc

CuBox..

Also klein ist die kiste ja schon 3x3x3cm³..
Hat auch genug wumms von der CPU her, hab zurzeit ein Debian Wheezy drauf laufen, dass aber noch optimiert werden muss, gerade für Multimedia muss ich noch mal schaun wie das Ubuntu das mitgeliefert wurde einiges macht..

Positiv:
- Klein, das steckernetzteil bruacht fast schon mehr Platz als die Box.
- relativ günstig
- 1080p output

Negativ:
- zuleicht (wird durch starre/schwere Kabel leicht umgeworfen)
- die Anschlüsse liegen auch ziemlich eng zusammen
- 2 GB ram wären wünschenswert
- nur micro-SD als internes laufwerk, ne SATA-SSD wäre wünschenswert

Habe die Box ca. 1 Woche in Betrieb, und muss noch vieles testen..

  • #1564: 23.Jan.2012 01:01 von Dr. Azrael Tod

    Naja, gut.. dass die Kiste jetzt auch nicht unbedingt die Kiste ist die man sich neben den Fernseher legen will, ist ja bei dem Format klar. (daher versteh ich auch kaum was man da mit IR und co. will)
    Ich hatte bei der Kiste eher überlegt die irgendwo in eine Schublade zu verbannen, Kabel von hinten zuzuführen und alles als versteckte Dreckecke möglichst komplett aus dem Gesichtsfeld heraus zu halten.

    Was sich für mich hauptsächlich an Fragen stellt, wäre:

    • Tun die Videocodecs und Grafik auch unter $distribution oder muss ich mich da mit (bestenfalls armel-only) binärtreibern oder so rumschlagen? Sprich: hab ich was von 1080p-Output oder kann ich das praktisch nie nutzen?
    • Wird die Kiste sehr warm?

#1567: 02.Feb.2012 09:02 von Peter Macheli

Ich stehe vor einem ähnlichen Problem und habe mich entschieden, auf den Raspberry Pi zu warten. http://www.raspberrypi...

Bei dem Preis nehme ich dann notfalls einfach zwei.

  • #1568: 02.Feb.2012 12:02 von Dr. Azrael Tod

    uhh..

    • max. 256MB RAM
    • kein SATA nur USB
    • langsamere CPU

    Ja, die Kisten sollen mit $25 wirklich spottbillig werden, aber das ändert nichts daran dass sie für meinen Einsatzzweck leider völlig nutzlos sind.

#1569: 08.Feb.2012 08:02 von Santus

Seht Euch das mal an! Könnte was sein.

  • #1570: 08.Feb.2012 10:02 von Dr. Azrael Tod

    Äh.. und was soll man damit wollen?

    Das erste der beiden Geräte ist jetzt nicht berauschend toll, aber brauchbar, kann aber halt weder SATA noch ist angegeben wieviel RAM die Kiste haben soll, noch ist da sonst irgendwas besonderes dran (außer dass es wohl besonders wenige Leute geben wird die das nutzen).

    Die zweite Kiste ist noch unpraktischer für meine Zwecke, hat aber wenigstens ne Angabe dass da nur 256M RAM rein kommen.

    Selbst TrimSlice oder CuBox wären deutlich besser geeignet für das was ich damit tun will.

#1573: 09.Mar.2012 02:03 von bauersein

Das wäre auch ne idee

Qapla'

  • #1574: 09.Mar.2012 10:03 von Dr. Azrael Tod

    ernsthaft? Du schlägst mir einen Atom230 als Nachfolger für meinen Atom330 vor? 0o

    Beide können übrigens kein 1080p wiedergeben, da ist der 220er nicht gerade näher dran als sein Nachfolger. Genauso sind beide auch nicht gerade stromsparend, billig oder gut passiv kühlbar (auch wenn ich das tun kann wenn ich es wirklich drauf anlege)